Rückblick: Unsere OER-Werkstatt in Aachen

Wenn über 50 Menschen an einem Tag zusammenkommen, um an offenen Bildungsmaterialien zu tüfteln, dann ist klar: Es wird intensiv – und ziemlich inspirierend. So war es auch bei unserer OER-Werkstatt in Aachen, bei der 53 Lehrkräfte, Dozierende, Medienberater:innen und Studierende gemeinsam an ihren Projekten gearbeitet haben.

Schon beim Ankommen im Raum war zu spüren: Hier wird heute nicht nur „über“ OER gesprochen, hier wird wirklich gemacht. Laptops auf, Post-its raus, erste Skizzen an der Pinnwand – und los ging es.

Viele OER-Ideen auf einem Haufen

Schnell verteilen sich die Teilnehmenden auf verschiedene Tische – und mit ihnen eine ganze Reihe an OER-Ideen: von Schule bis Hochschule, von Fach- über Medien- bis Architekturperspektive. Einige Beispiele:

  • An einem Tisch entsteht eine Seminarsitzung zu OER für die Hochschullehre: Wie können Studierende OER nicht nur kennenlernen, sondern selbst erstellen und reflektiert einsetzen?
  • Nebenan arbeitet eine Gruppe an einem Selbstlernkurs zu KI: Materialien, mit denen Lehrkräfte (und andere Interessierte) Schritt für Schritt in das Thema Künstliche Intelligenz einsteigen können.
  • Und dann gibt es noch das Projekt „Leerstand in der Innenstadt“ – ein OER-Material, das gemeinsam mit der Architektur gedacht wird und Stadtentwicklung und offene Materialien zusammenbringt.

Daneben entstehen weitere Konzepte, Materialskizzen und Kursideen, die sich zum Teil noch im frühen Stadium befinden und im Laufe des Tages konkreter werden. Man merkt: Es ist Arbeit, aber es macht Spaß – und niemand bastelt hier im stillen Kämmerlein, sondern immer im Austausch mit den anderen.

Ausflug ins Euregionale Zentrum

Nach so viel konzentrierter Arbeit tut ein Perspektivwechsel gut. Die Teilgebenden entdecken in ihren Pausen die Lernszenarien des Euregionalen Zentrums für digitale Bildung.

Dort tauchen wir in eine 360-Grad-Anwendung zum Hohen Venn ein: Brille auf, und plötzlich stehen wir mitten im Moorgebiet. Die Anwendung wurde mit einer Open Source Software, entwickelt von der RWTH Aachen entwickelt und bietet eine erste Idee für den Einsatz von digital making im Unterricht aber auch für die Veröffentlichung dieser Materialien als OER: Die ersten Ideen werden direkt nebenbei ins Notizbuch gekritzelt.

Ein paar Meter weiter wartet ein Brutkasten für Vögel, kombiniert mit einer senseBox. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Daten – auf einmal wird aus dem „Brutkasten“ ein Ausgangspunkt für forschendes Lernen, MINT-Unterricht, Projektideen. Und natürlich kommt sofort die Frage: Wo können hier offene Materialien andocken?

Kurzer Stromausfall – gute Laune bleibt

In der Mittagspause verabschiedet sich für einen Moment der Strom. Beamer aus, Licht aus, WLAN weg – aber da gerade sowieso Pause ist, bleibt das für die Arbeit kein Problem. Die Gespräche laufen einfach am Buffet und der Kaffeetheke weiter, und als der Strom wieder da ist, geht es nahtlos an den Projekten weiter.

Am Ende: müde, aber zufrieden

Am späten Nachmittag füllen sich die Pads, Ordner und Whiteboards mit Ergebnissen. Man sieht den Teilnehmenden an: Der Tag war anstrengend, aber die Mischung aus Arbeiten, Ausprobieren, Austausch und kleinen Aha-Momenten hat sich gelohnt. Und natürlich wurde viel gelacht – OER-Werkstatt heißt bei uns eben nicht nur Arbeit, sondern auch gemeinsame Freude an guten Ideen. Wir nehmen aus Aachen viele tolle Projekte mit, neue Kontakte – und Lust auf eine nächste Runde OER-Werkstatt. Wir halten euch auf digiLL_COM auf dem Laufenden.