Programmübersicht
Hier findest du das Programm als Übersicht mit allen Vorträgen, Angebote, Räumen und Zeiten. Darunter findest du die Abstracts der Vorträge.
Abstracts
Die Vorträge im Track Perspektivenentwicklung finden in Raum 630, die Vorträge zu Praxisperspektiven in Raum 609 statt. Die Raumnummer sind hinter den jeweiligen Programmtitel in Klammern angegeben.
Vormittags
Gina Buchwald-Chassée & Jörg Lohrer (Comenius-Institut Evangelische Arbeitsstätte für Erziehungswissenschaft e.V.)
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie isolierte OER-Communities stärker miteinander vernetzt werden können. Auf Grundlage qualitativer Begleitforschung im Projekt FOERBICO werden zentrale Herausforderungen und Bedarfe offener Bildungspraktiken vorgestellt. Ein
dezentraler Community-Hub auf Basis des Kommunikationsprotokolls Nostr soll Austausch, Sichtbarkeit und kollaborative Wissensproduktion fördern. Deutlich wird, dass erfolgreiche Open Education vor allem tragfähige soziale und technische Vernetzungsstrukturen benötigt.
#OEP #OER #CommunityofCommunities #Vernetzung #Kollaboration #Religionspädagogik #Dezentralität #Nostr #Qualitätssicherung
Lena Marie Kesting (Ruhr-Universität Bochum)
Anhand praktischer Erfahrungen wird gezeigt, wie Schule jenseits klassischer Strukturen gestaltet werden kann – ohne feste Fächer oder Klassen, dafür mit Lernbegleitung und gemeinschaftlicher Verantwortung. Im Fokus steht die Frage, wie Schulträger innovative Schulentwicklung unterstützen können. Vorgestellt werden konkrete Impulse wie Lernreisen, Hospitationen und neue Dialogformate zwischen Schulen und Verwaltung. Ziel ist ein erweitertes Verständnis von Schule als gestaltbarer Möglichkeitsraum.
#Transformation #progressiveSchulentwicklung #Rahmenbedinungen #Möglichkeitsräume #Lernreisen #Perspektivwechsel
Dr. Wissam Tawileh (Qatar University)
OpenCOIL versteht Collaborative Online International Learning (COIL) als offene pädagogische Praxis, in der Offenheit nicht nur Ressourcen betrifft, sondern gemeinsames Gestalten, Lernen und Teilen. Der Beitrag zeigt, wie internationale digitale Zusammenarbeit als ko-kreativer, reflexiver Prozess gestaltet werden kann und welche Rolle Offenheit dabei spielt. Zentrale Prinzipien sowie Herausforderungen, bspw. Heterogenität, Bewertung und Inklusion, werden diskutiert. Zudem wird aufgezeigt, wie Künstliche Intelligenz offene, kollaborative Lernprozesse unterstützen kann, ohne deren gemeinschaftlichen Charakter zu ersetzen.
#OpenEducation #CollaborativeOnlineInternationalLearning #CommunityofInquiry #KünstlicheIntelligenz #Internationalisierung
Anna Höffler, Gesina Seyfert (Hochschule Neubrandenburg), Tanja Jeschke (BTU Cottbus – Senftenberg) & Dr. Nancy Walter (Universität Potsdam)
Am Beispiel des Projekts Co-WOERK wird diskutiert, wie nachhaltige Open Educational Practices institutionsübergreifend gestaltet werden können. Im Mittelpunkt stehen OER-Ökosysteme, die technische Infrastruktur, Qualitätssicherung, Communityarbeit und Anreizstrukturen verbinden. Deutlich wird, dass offene Bildung weniger von einzelnen Materialien als von kollaborativen und interoperablen Strukturen lebt. Vorgestellt werden praktische Erfahrungen und Gestaltungsperspektiven für gemeinsames Lernen, Teilen und Entwickeln zwischen beruflicher Bildung und Hochschule.
#OER-Ökosystem #OEP #Communityarbeit #Qualitätssicerhung #Anreizstrukturen
Patrick Bienemann (Universität Duisburg-Essen)
Michael Lachetta, Prof. Dr. Miriam Kuckuck & Dr. Michael Morawski (Bergische Universität Wuppertal)
OERLe verknüpft erste und zweite Phase der Lehrkräftebildung: Universitäten und ZfsL entwickeln partizipativ OER und bauen phasenübergreifende OEP für BNE auf. Neben fertigen Materialien stehen Erfahrungen der Zusammenarbeit und erste Befunde der Begleitforschung im Fokus. Ergebnisse zeigen: Verankerung von OER und OEP hängt nicht nur von zugänglichen Materialien ab, sondern auch von professioneller Interaktion und sozialen Beziehungen, durch die Materialien als vertrauenswürdig erachtet, angepasst und geteilt werden.
#BildungfürnachhaltigeEntwicklung #OEP #OER #Lehrkräfteprofessionalisierung
Miriam Rozendaal & Claudine Stricker (Eduard-Dietrich-Montessori-Grundschule)
Montessori-Pädagogik versteht Lernen als selbstbestimmten Prozess und verbindet Haltung mit Methode. Der Beitrag zeigt, wie sich diese Prinzipien mit der Lebensrealität heutiger Schüler:innen verknüpfen lassen. Im Zentrum steht die Idee, dass OER nicht nur für, sondern mit Lernenden entsteht und so Lernen vertieft. Anhand eines Praxisbeispiel wird gezeigt, wie digitales, papierloses Arbeiten Lernprozesse sichtbar macht und erweitert.
#OpenEducation #OER #Grundschule #MontessoriBildung #OffenesLernen #Bildungsinnovation
Ann-Kathrin Krebs (RWTH Aachen)
Wie können Kinder bereits in der Grundschule digitale Technologien kreativ, reflektiert und problemlösend nutzen? Der Beitrag stellt ein Praxis- und Entwicklungsprojekt vor, das Ansätze der Maker Education mit offenen Bildungspraktiken verbindet. Im Mitte punkt steht die Frage, wie 3D-Design und 3D-Druck als niedrigschwellige Werkzeuge eingesetzt werden können, um Kreativität, technisches Verständnis sowie digitale Kompetenzen im Sinne zeitgemäßer Bildung zu fördern (Bower et al., 2018; Papavlasopoulou et al., 2017).
#MakerEducation #FutureSkills #OEP #3DDesign #3DDruck
Jana Stoll (Leonardo Da Vinci Gesamtschule Hückelhoven Ratheim)
Im Mittelpunkt steht ein Unterrichtsprojekt zu Antonio Skármetas La Composición, das literarisches Lernen mit kreativer Medienarbeit und kollaborativen Arbeitsformen verbindet. Schüler:innen entwickeln multimodale Produkte zu Themen wie Propaganda, Manipulation und Zivilcourage. KI-gestützte Werkzeuge unterstützen die Erstellung rechtssicherer und offen teilbarer Materialien. Zugleich setzen sich die Lernenden mit OER und Creative-Commons-Lizenzen auseinander und veröffentlichen eigene Beiträge zur Weiterverwendung. Der Beitrag gibt Einblick in Planung, Umsetzung und Ergebnisse des Projekts und zeigt anhand konkreter Materialien und Schülerprodukte, wie KI den Weg zu offen teilbaren Unterrichtsressourcen erleichtern kann.
#KI #KomplexeKompetenzaufgabe #Literaturunterricht #4k
Nachmittags
Lorena Bruhnke, Prof. Anna-Maria Kamin (Universität Bielefeld), Prof. Petra Büker, Prof. Gudrun Oevel, Prof. Bernadette Bernasconi, Jana Löwen, Moritz Knurr & Dr. Jana Herding (Universität Paderborn)
Ziel des Vortrags ist die Reflexion darüber, wie hochschulübergreifende kooperative Praktiken im Kontext von OEP (Open Educational PRactices, Bellinger & Mayrberger, 2019) gewinnbringend gestaltet werden können. Auf Basis der Erfahrungen und Erkentnisse des BMBFSF-J-geförderten Projekts PrimOER (Laufzeit 2024-2027), in dem sich Lehrende im Bereich der Primarstufenlehrkräftebildung vernetzen, wird herausgearbeitet, inwiefern das gemeinsame Entwickeln und Nutzen von Open Education Ressources unter Hochschullehrenden bereits gelebte Praxis ist bzw. wo Hemmschwellen und Herausforderungen identifiziert werden können.
#Kooperation #Primarstufenlehrkräftebildung #OEP #Professionalisierung #KulturdesTeilens #Fachcommunity #Vernetzung
Matthias Kostrzewa (Ruhr-Universität Bochum)
Open Educational Practices (OEP) werden häufig über Lizenzen, Materialien und technische Infrastrukturen beschrieben, etwa als Bündel von Praktiken rund um die Produktion, Nutzung und Weitergabe offener Materialien (OER) sowie offene didaktische Settings. Beetham et al. schlagen dafür ein breites Verständnis von „open practices“ vor, das von OER über offene Lehrpraxis bis hin zu Open Scholarship reicht (Beetham et al. 2012). Zugleich zeigen Paskevicius und Irvine, dass die Vielfalt der Definitionen von OEP eine zentrale Herausforderung darstellt, weil Offenheit sich nicht auf einen gemeinsamen Kernbegriff reduzieren lässt (Paskevicius & Irvine 2019). Wenn Offenheit in der Bildung tatsächlich wirksam werden soll, reicht eine solche begriffliche und rechtlich-technische Perspektive jedoch nicht aus: Wir brauchen Geschichten über Offenheit, die wir erzählen können und die Menschen begeistern. Geschichten, in denen OEP als gelebte Praktiken des Teilens, der Kollaboration und der gemeinsamen Gestaltung von Lehren und Lernen sichtbar werden. In Anschluss an Überlegungen zur Kultur der Digitalität als Strukturwandel von Öffentlichkeit und Handlungsräumen (Stalder 2017) versteht der Vortrag OEP daher als erzählbare Formen von Offenheit, in denen eine Kultur des Teilens und phasenübergreifende Kooperation in der Lehrkräftebildung konkret werden (Bulizek et al. 2019). So rücken weniger technische Fragen als vielmehr Handlungsfähigkeit, Co‑Creation, Transparenz und neue Möglichkeitsräume für Bildung in den Mittelpunkt.
#OEP #KulturDesTeilens #CoCreationBildung #OffeneLehrkräftebildung
Raphael Fehrmann (Universität Münster)
Wie kann Hochschullehre Lehramtsstudierende dazu befähigen, selbst OER zu entwickeln und transferfähig zu nutzen? Am Seminar „Lernroboter im Unterricht“ wird gezeigt, wie Learning by Design mit Theorie-Praxis-Transfer verzahnt wird: Studierende entwerfen kollaborativ Unterrichtsmodule zur Bildungsrobotik, reflektieren didaktisch und überführen sie in OER. Ein Evaluationsdatensatz (N=139) zeigt hohe Kompetenzzuwächse durch OER-Nutzung, Kollaboration und eigene Materialentwicklung. Der Beitrag skizziert zudem Distributionswege der OER und erste Rückmeldungen aus der Praxis.
#OER #Lehrkräfteausbildung #LearningbyDesign #Theorie-Praxis-Tranfer #digitaleKompetenz #Hochschule
Tobias Kantorski (Universität Hildesheim)
Erklärvideos als Lernpraxis: Statt Konsum produzieren Kinder eigene ERklrävideos in einer sechsstündigen OER-Sequenz und vertiefen so Inhalte. Begleitforschung im Pre-Post-Kontrollgruppen-Design prüft dabei kogntive und nicht-kognitive Effekte. Erste Befunde: digital gestützte Produktion fördert tiefere Verarbeitung sowie Interesse und Selbstkonzept. Der Vortrag gibt einen Einblick in Potenziale, Grenzen und Effekte der OER-Sequenz sowie in Kompetenzen der Kinder, sich mit der digital-medial geprägten Welt auseinanderzusetzen.
#OER-Sequenz #Erklärvideos #LernendurchErklären #Pratizipation #Grundschule #MedienbildungimSachunterricht #Unterrichtsforschung #Lehr-Lernforschung
Kira Ehlis (Universitätsbibliothek Duisburg-Essen)
Im Fokus steht die Frage, wie aus isolierten OER-Initiativen nachhaltige hochschulweite Netzwerke entstehen können. Am Beispiel der Universitätsbibliothek der Universität Duisburg-Essen wird gezeigt, wie technische Infrastruktur, strategische Unterstützung und soziale Austauschformate zusammenwirken. Fakultätsübergreifende Netzwerktreffen fördern Peer-to-Peer-Lernen und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Deutlich wird die Rolle der Universitätsbibliothek als neutraler Knotenpunkt für offene Bildungspraktiken und kollaborative Lehrkultur.
#OER #OEP #Universitätsbibliothek #CommunityofPractice #Vernetzung #InterdisziplinärerAustausch
Daniel Diekmann (Landesportal ORCA.nrw)
KI eröffnet große Potenziale für OER, erhöht aber zugleich die Komplexität und erschwert die Orientierung. Der Beitrag bietet eine strukturierende Übersicht der Literatur zu OER & KI“ Anschließend wird die ORCA.nrw-Themenwelt vorgestellt, die das Feld entlang dynamischer Kategorien (Chancen, Herausforderungen, Recht, Praxis, Kompetenzen) erschließt. Gezeigt wird, wie kuratorische Strukturen als gemeinschaftlich weiterentwickelbare Wissensinfrastruktur Orientierung und Anschlussfähigkeit schaffen.
#OER #KünstlicheIntelligenz
Katharina Westphal (Ruhr-Universität Bochum)
Lehramtsstudierende entwickeln und teilen bereits Lehr-Lern-Materialien – meist informell und ohne OER-Bezug. Der Beitrag analysiert diese Vorformen offener Praxis, identifiziert Barrieren (geschlossene Kontexte, Rechtsunsicherheit, Zeitdruck im Referendariat) und plädiert für einen Perspektivwechsel: OER als partizipative Weiterentwicklung bestehender Praktiken. Gefordert sind didaktische Settings, OER-fähige Aufgaben, Lizenzbildung und Vorbilder, mit Implikationen für Hochschule, Referendariat und Forschung.
#OER #Lehramtsstudium #Lehramtsausbildung #Partizipation #Studierende
Dr. Alex Habicher (Universität zu Köln)
In der Kultur der Digitalität brechen die klassischen Rollen von Lehren und Lernen zunehmend auf. Der Beitrag zeigt anhand des Projekts digiLL_COM, wie Studierende in der Lehrkräftebildung bereits ab der Studieneingangsphase aktiv in die Gestaltung offener Bildungspraktiken (OEP) eingebunden werden können. Im Zentrum steht der Ansatz „Students as Producers“: Studierende erproben sich selbstständig in der Produktion interaktiver Lehr-Lernmaterialien mittels H5P. Der Beitrag beleuchtet die Kernfragen, wie dieser Prozess didaktisch sowie technisch begleitet werden kann und welche spezifischen Unterstützungsstrukturen dazu notwendig sind. Die Praxiserfahrungen zeigen, dass die Materialienerfolgreich erstellt wurden. Auch wenn nicht alle Produkte final veröffentlicht werden, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Studierenden ein nachhaltiges Bewusstsein für offene Bildungsmaterialien entwickeln und auch zukünftig als Teil offener Communities wirken wollen.
#Studierende #offeneLernmaterialien #StudentsasProducers
